Flüchtige Momente einzufangen, ohne dabei die Dynamik der Bewegung zu verlieren, ist die Kunst der Actionfotografie. Doch dazu benötigt es bis vor nicht allzu langer Zeit Ausrüstung aus den exklusivsten Kamerasparten am Markt. Glücklicherweise hat sich in den letzten Jahren eine erfreuliche Entwicklung abgespielt. Technische Hürden fallen geringer aus und auch relativ erschwingliche Systemkameras mit entsprechendem Wechselobjektiv sind der anspruchsvollen Aufgabe inzwischen zumindest teils gewachsen.

Tatsächlich stellt diese Art von Fotografie höchste Ansprüche an Technik und die ausführende Hand dahinter. Viel Zeit bleibt nicht, um den richtigen Moment einzufangen, daher sind schnelle Bilderserien hierfür unerlässliches Werkzeug. Und damit diese auch verwertbare Ergebnisse liefern, muss jeder Schuss trotz sehr hektischer Szenen sitzen.

Die essenziellen Eigenschaften bleiben im aktuellen Sortiment der bekannten Anbieter nicht mehr der absoluten Oberklasse vorbehalten. Interessante Neuerungen und erhöhte Geschwindigkeit verbessern die Fähigkeit, rasante Bewegungen dem menschlichen Auge zugänglich zu machen. Als hilfreich erweisen sich möglichst viele Bilder in kurzer Zeit. Serienbildaufnahmen haben seit den letzten Generationen an Systemkameras einen regelrechten Sprung nach vorne hingelegt. Mit 14 Bildern pro Sekunde liegt die Ausbeute bei echten Hochgeschwindigkeitsspezialisten aus der Liga des Vollformats höher denn je. Sogar bis zu 30 Bilder pro Sekunde im RAW-Format bei einigen spiegellosen Systemen sind inzwischen möglich – auch wenn derartige Leistung noch seinen Preis hat.

Die Marschrichtung stimmt und früher oder später werden auch günstiger Modelle in den Genuss dieser Vorzüge kommen. Allerdings ist die brachiale Aufnahmegeschwindigkeit für sich alleine ein recht wirkungsloses Instrument. Der nachführende Autofokus gehört bei schnelllebigen Motiven unverzichtbar dazu und dieser muss punktgenau auf dem Objekt der Begierde landen. Typischerweise fällt die Seriengeschwindigkeit zugunsten der Präzision in diesen Modi ab, eine hohe Anzahl von Messfeldern mit einer weiten Spreizung über das Sichtfeld helfen sichtlich beim Scharfstellen.

Nicht jede Kamera kann diese Spezifikation erfüllen, aber das Aus für actionreichen Bilder bedeutet dies nicht zwangsläufig. Seit der immer stärkeren Etablierung von 4K-Videoaufnahmen mit hochqualitativen Codecs werden aus einem Filmabschnitt mit mindestens 30 Bildern pro Sekunde Schnappschüsse mit 8 Megapixel extrahiert.

Ganz besondere Momente finden sich oft mit Hilfe dieser Technologie. Stimmen die Lichtbedingungen, kann sogar ein entsprechend großer Ausdruck erfolgen. Allerdings verlangen solche Aufnahmen ein entsprechenden Maß an Geduld bis eine passende Szene eingefangen werden kann.

Hochauflösende Filme füllen Speicherkarten zudem in Windeseile und zehren an den Energiereserven des Akkus. Zumindest der Speicherplatz lässt sich mit einer durchgehenden Aufnahme von wenigen Sekunden an Spannweite drastisch entlasten. Der Body nimmt dabei permanent die Szenerie auf, bannt jedoch nur die letzten Sekundenbruchteile vor und nach dem Druck des Auslösers auf den Datenträger.

So lassen sich dank der zeitlich rückwirkenden Aufnahme auch schwer vorhersehbare Momente, wie der spontane Flugstart eines Vogels, einfangen. Derartige Serien ähneln einem kurzen Videoclip, der eben nur den entscheidenden Moment festhält und per Einzelselektion das optimale Bild extrahieren lässt. Diese Technik ist im RAW-Format bis jetzt nur sehr wenigen Modellen vorbehalten und erfordert Höchstleistung der Hardware. Unbestritten steigert die Wahl des beliebten Formates die Möglichkeiten zur Nachbearbeitung mit Bildbearbeitungssoftware und somit die Bildqualität nochmals beträchtlich.
Je nach Entfernung zum Motiv und der beabsichtigten Wirkung auf den Betrachter bieten sich unterschiedliche Objektive an.

Für Aufnahmen einer sportlichen Veranstaltung von den vorderen Zuschauerrängen kommen meist starke Telezooms in Betracht. Entsprechende Reichweiten sind in allen Preisbereichen zu finden. Vorteilhaft sind aber schnelle Linsen mit möglichst großer Offenblende. Festbrennweiten im erhöhten, dreistelligen Brennweitenbereich garantieren hier beste Resultate, schlagen allerdings schnell auf das Gewicht, Packmaß und sind obendrein äußerst kostspielig.

Der gesamte Ausrüstungsfuhrpark droht schnell zu schwer zu werden. Daher ist ein gewisses Maß an Planung bezüglich des angemessenen Equipments stets ein wichtiges Element der Sportfotografie. Nicht immer sind solch gewaltigen Begleiter nötig.

Sollen auch Sportgerät und Umgebung als Teil des Gesamtwerkes in die Komposition mit einfließen, sind kürzere Brennweiten wie 24mm-70mm oder 70-200mm die bessere Wahl. Natürlich muss auch für ausreichend Schutz, Ersatzakkus und schnelle Speicherkarten gesorgt werden. Sportserien füllen den internen Buffer in rasantem Tempo, zu lange andauernde Speicherpausen sind nur mit leistungsstarken SD-Karten zu vermeiden. Ansonsten droht im entscheidenden Moment der Ausfall und provoziert unnötigen Frust. Regenfeste Kleidung und wasserabweisende Transportmittel wie ausreichend gepolsterte Rucksäcke oder Fototaschen erhöhen zudem dem Komfort beim Einsatz und erlauben schnellen Zugriff auf notwendiges Zubehör.

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