Mit seinem Online-Magazin DESIGNLOVR verfolgt Kim-Christopher Granz Trends und Entwicklungen aus den Bereichen Fotografie, Design, Fashion und Werbung. Dabei steht er in engem Kontakt zur Branche und geht bei den großen Agenturen ein und aus. Branchengrößen wie Amir Kassaei, Tommy Hilfiger, der Geschäftsführer der Werbeagentur Hort, Eike König, oder der Fotograf Paul Ripke stehen ihm in Interviews Rede und Antwort. Neben diesen spannenden Gesprächen stehen Kampagnen und Trends im Fokus!

Hi Kim, stell dich doch bitte kurz vor: Was ist dein Hintergrund und was waren deine Beweggründe um ein eigenes Online-Magazin zu gründen?
Jung, dynamisch und Digital Native – das bin ich, Kim-Christopher Granz. Im Jahre 2010 habe ich am 24. Dezember aus dem „Frust“ heraus, keinen für mich passenden Job in der Kreativ- und Werbebranche besetzen zu dürfen, zu meiner Passion und heutigen Marke – DESIGNLOVR – gefunden. Heute bin ich über jede Absage dankbar, schließlich durfte ich in den letzten Jahren weltweit mit unzähligen Designer, Werbern und Fotografen über die unterschiedlichsten Produkte, Kampagnen und Skizzen philosophieren.

Seit wann bist du damit am Start?
Das damalige Blog und heutige DESIGNLOVR Magazin ging am Heilig Abend im Jahre 2010 an den Start. Zurückblickend vielleicht nicht der idealste Zeitpunkt für die Veröffentlichung einer neuen Online-Publikation, doch wann ist dieser schon perfekt?!

Welches Konzept steckt hinter DESIGNLOVR und an wen richtet sich das Online-Magazin?
Beruhend auf unserer – wir sind mittlerweile ein Team aus Redakteuren, Fotografen etc. – bestimmten Wertvorstellung von Kreativität, Wahrnehmung und Kommunikation wurden die vier wesentlichen Themen – Design, Fashion, Fotografie und Werbung – bewusst miteinander verknüpft. Täglich werden neue Bewegungen und Trends vorgestellt und diskutiert. Für uns steht dabei der Dialog mit der Branche sowie dessen Persönlichkeiten im Fokus.

Wie sah deine Zeit vor DESIGNLOVR aus?
Nicht weniger spannend – nur anders. Nach einer „schwerwiegenderen“ OP im Leistenbereich habe ich die Fußballschuhe an den Nagel gehängt und seit dem viel Zeit im Internet verbracht – ganz zum Unverständnis meiner Eltern. Die unzähligen Projekte auf den unterschiedlichsten Social Media Kanälen waren zwar allesamt äußerst spannend, doch ein wirklicher Erfolg zeichnete sich nicht ab – ganz zu Gunsten meiner Ausbildung zum IT-Systemelektroniker, die ich sehr erfolgreich bestanden habe.

Hattest du jemals einen 9 to 5 Job mit Stempelkarte, bitterem Kaffee und mieser Büroluft?
Nach meiner Ausbildung bin ich bis heute dem ausbildenden Unternehmen, einem Energieversorger im Oldenburger Raum, treu geblieben. Demnach kenne ich das Gefühl des 9 to 5 Jobs sehr gut. Lediglich beim bitteren Kaffee sowie der miesen Büroluft muss ich passen, da ich eher der Typ „Champagner im Loftbüro mit Ohrensessel aus Walvorhautleder“ bin. (Anm. Redak.: Er lacht laut)

Und jetzt? Wie sieht ein Tag bei Kim-Christoper Granz aus?
Mein Tagesablauf hat sich nach wie vor nicht großartig geändert. Wie gewohnt stehe ich jeden Morgen um 6:00 Uhr auf und bin spätestens gegen 7:00 Uhr im Office. Auf dem Weg dorthin, zwischen dem Zähne putzen und dem Gang zur Toilette, rufe ich das erste Mal die E-Mails ab und checke alle Social Media Kanäle auf Neuigkeiten.

Im Office angekommen glühen bis 16:30 Uhr die Tasten und das Telefon steht – zumindest gefühlt – niemals still. Im Anschluss daran, so ab 17:00 Uhr, stehe ich an drei Tagen der Woche mit einer D-Jugend Leistungsmannschaft auf dem Fußballplatz und sorge dafür, das die Jungs müde und kaputt ins Bett fallen. An den restlichen Wochentagen gehe ich ins Fitnessstudio oder jogge meine zehn bis fünfzehn Kilometer.

Frisch geduscht und fit für das letzte Drittel geht es dann noch einmal ins Fotostudio, wo die im Laufe des Tages produzierte Bildmaterialen für die neuen Artikel etc. gesichtet und abgesegnet werden wollen. Im Anschluss daran, so gegen 22:00 Uhr, neigt sich dann mein Tag dem Ende entgegen.

Was waren die größten Herausforderungen auf deinem Weg mit DESIGNLOVR?
Die größte Herausforderung bestand darin in einer für mich neuen und verrückten Welt voller Glanz und Glamour sowie ohne jegliche Grenzen auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Nach wie vor gilt es alledem, was gerade ist, mit Demut zu begegnen und die Dinge professionell anzugehen.

Welche Möglichkeiten hast du, gerade am Anfang, genutzt um mehr Leser zu erreichen?
Von Anfang an zählte für mich der direkte Kontakt zur Branche und dessen Persönlichkeiten. So war und ist für mich ein lockeres Gespräch bei einem gemütlichen Rotwein nach wie vor mehr Wert als eine schnelle Mitteilung auf Facebook und Co. – was nicht nur für Kopfschmerzen gesorgt, sondern auch der Marke DESIGNLOVR das nötige Gesicht verliehen hat.

In einen der letzten Interviews hatte ich Conni Biesalski und Sebastian Canaves im Gespräch, beide verdienen mit Ihren Reiseblogs genügend Geld um davon leben zu können.
Wie ist das bei dir? Hattest du von Anfang an das Ziel mit DESIGNLOVR deinen Lebensunterhalt zu verdienen?
Definitiv nein. Mein damaliger Ansatz war es einen Job durch das Blogging zu erhalten – das es jedoch zu meiner Passion werden würde, daran habe ich nicht gedacht. Dementsprechend stellen wir, das Team hinter DESIGNLOVR, zum aktuellen Zeitpunkt die Weichen der Unternehmung neu, sodass wir diesbezüglich schon bald mit spannenden Neuigkeiten aufwarten können.

Wenn du nochmals starten würdest, was würdest du anders machen?
Mit der Gründung von DESIGNLOVR hat sich mein Leben komplett verändert. So durfte ich nicht nur das ein oder andere Mal um die Welt reisen, sondern habe auch sehr viel über mich und meine Persönlichkeit erfahren. Darüber hinaus wurden u.a. aus einstmals 120 kg schlanke 80 kg. Aus einer Idee wurde u.a. eine eigenständige Marke. Und aus einem „ich“ wurde letzten Endes ein „wir“. Jeder dieser Schritte ist mit sehr vielen neuen und aufregenden Erfahrungen verbunden gewesen, sodass ich definitiv nichts ändern und das Ganze noch einmal genau so wiederholen würde.

Was denkst du: Welche persönlichen Eigenschaften haben dich soweit gebracht?
Die einen sagen so. Die anderen sagen so. Doch wenn ich ehrlich bin, so glaube ich, dass es die Ehrlichkeit zu mir selber war und nach wie vor ist. In jeder Situation, in der von mir eine Entscheidung abverlangt wurde, habe ich in meinem Handeln zu mir gestanden und bin letzten Endes meinem Herzen gefolgt – unabhängig von Erfolg oder Misserfolg.

DESIGNLOVR ist Sprachrohr. Du gibst Interviews in Print und TV, hältst Vorträge für Städte und Kommunen und hast deine eigene Kolumne im IHK-Wirtschaftsmagazin. Die Unternehmen erkennen ihre Vorteil und möchten sich präsentieren. Wie schafft man es dabei unabhängig zu bleiben und sich nicht für fremde Zwecke instrumentalisieren zu lassen?
Eine spannende Frage, die ich mittlerweile sehr häufig gestellt bekomme. Wir – und jetzt spreche ich für das gesamte Team hinter DESIGNLOVR – stehen zu jeder Zeit hinter der Marke und den für uns herauskristallisieren Kernwerte. So suchen wir uns letzten Endes die Marken und Unternehmen aus, mit denen wir zusammenarbeiten wollen und lehnen alle Angebote, die nicht zu uns passen, ganz bewusst und gezielt ab.

Du hast gute Kontakte in die Branche. Was war dein persönliches Highlight und mit wem möchtest du noch gerne zusammenarbeiten?
Ein schwierige Frage. Letzten Endes ist jedes der mittlerweile fast vier Jahre seit der Gründung von DESIGNLOVR ein absolutes Highlight. Demnach würde ich mit ein oder zwei Namensnennungen nicht all denjenigen gerecht werden, die mich auf meinem bisherigen Weg begleitet haben. Dementsprechend hier meine Favoriten für eine zukünftige Zusammenarbeit: Karl Lagerfeld, Henk van Kooten und Jonathan Paul Ive.

Wie sehen deine Zukunftspläne aus?
Aktuell arbeiten wir an dem Relaunch der dritten Website von DESIGNLOVR sowie einem neuen Corporate Design. Außerdem entwickeln wir das ein oder andere Produkt in Zusammenarbeit mit unterschiedlichen namenhaften Herstellern, so viel sei verraten. Doch was wir letzten Endes noch vorhaben und wo die Reise hingehen soll, darüber möchte ich auch weiterhin Stillschweigen bewahren. Es bleibt also spannend…

Kim, ich danke dir für das Interview! Last words:
Danke Dir, lieber Pascal, für das ausführliche Interview. Auf Deinem Weg auch weiterhin alles erdenklich Gute sowie viel Erfolg!

Image © Liesa Flemming