Mit Amsterdam geht es mir ein bisschen so wie mit Dirty Dancing. So wie gefühlt jeder schon den Film gesehen hat, war auch jeder, den ich treffe schon in Amsterdam. Außer ich.

Sowohl von Film, als auch Stadt habe ich Bilder im Kopf, die wohl mehr oder weniger der Realität entsprechen. Was Amsterdam betrifft, habe ich mich aufgemacht, um diese Bilder im Kopf mit der Realität abzugleichen. Stimmen meine Vorstellungen oder habe ich vielleicht ganz und gar klischeehafte aber falsche Vorstellungen? Und tatsächlich: Einiges davon hat den Nagel auf den Kopf getroffen, manches hat mich ehrlicherweise etwas enttäuscht, aber viel mehr so richtig begeistert.

Für alle, die ihren ersten Amsterdambesuch noch vor sich haben, gibt es deshalb meine 5 besten, schönsten und überhaupt tollsten Tipps für Amsterdam. Unabhängig davon, ob ihr Dirty Dancing gesehen habt oder nicht.

1. Ein Besuch bei Buddha: Amsterdam Chinatown

Keine Sorge, es ist schon okay, dass du zuallererst schnurstracks ins Rotlichtviertel marschierst, wo du zu jeder Tages- und Nachtzeit leicht bekleidete Damen hinter Glasscheiben zu sehen bekommst. Eine Stimmung wie im Zoo, fragt sich nur, wer hier eigentlich wen begafft.
Wenn du also deine erste Neugierde befriedigt hast, kannst du einige Straßen weiter der roten Farbe folgen. In den mit roten Lampions geschmückten Gassen des Amsterdamer Chinatown lässt es sich nicht nur gut essen, du kannst dir auch deinen Segen und eine Extraportion Glück abholen. Im buddhistischen Tempel Fo Guang Shan bekommst du bei Bedarf eine kleine Einleitung und tatkräftige Unterstützung in Sachen Opfergabe. Wie verbeuge ich mich und was muss ich mit diesem Räucherstäbchen machen? Die netten Mönchen helfen weiter. Zudem kannst du für eine kleine Spende einen Zettel kaufen, der dir mit kurzen Weisheiten zu mehr Glück verhelfen will. In etwa wie ein Glückskeks, bloß leider ohne den Keks.

2. Käse und Amsterdam, das passt

Wenn wir schon beim Essen sind: Ganz ehrlich, in Käse könnte ich mich reinlegen, zumindest wenn man danach nicht so unangenehm riechen würde. Ich esse unfassbar gerne und ungesund viel Käse und ich habe mir im Vorhinein bereits die Hände vor Freude gerieben, denn Käse und Amsterdam, das sollte passen. Ich habe also viel erwartet, aber wovon ich absolut und hellauf begeistert war, sind die kleinen Käseläden, die es überall in der Stadt gibt und die für jede Sorte ein kleines Probiertellerchen stehen haben. Junger Gouda, alter Gouda, Ziegenkäse mit und ohne Trüffel, Chillikäse, blauer Käse, ihr merkt schon, die Auswahl ist nicht von schlechten Eltern. In Amsterdam kann man sich, wenn man es geschickt anstellt und einige Käseladenstopps einplant, an Käse satt essen, ohne auch nur einen Cent dafür zu bezahlen. Danach musste ich allerdings ein paar laktosefreie Tage einlegen. Sagt nicht, dass ich euch nicht gewarnt hätte.

3. Hollandradln for it’s best

Holland und Radfahren macht Sinn. Also, wenn schon ein Fahrradmodell nach einem Land, oder zumindest nach dem Teil eines Landes benannt wurde, scheint es einen guten Grund zu geben. Tatsächlich gibt es sogar gleich mehrere: Amsterdam ist flach. Die höchsten Steigungen, die es zu bewältigen gilt, sind die die niedlichen Brückenbögen über die Grachten. Zudem ist die Stadt wahnsinnig gut auf Radfahrer eingestellt. Es gibt genügend Fahrradwege, die Autofahrer sind achtsam und an jeder Ecke gibt es Läden, die typische Hollandräder verleihen. Ich muss zugeben, dass ich kein passionierter Radfahrer bin, vor allem nicht in der Stadt, aber in Amsterdam ist es wirklich easy und an den paar verkehrsreichen Stellen, kann man auch einfach gemütlich absteigen und schieben. Wer Lust hat, ein bisschen im Grünen zu fahren, der sollte unbedingt eine Runde im Vondelpark drehen.

4. Das Umland: Warten auf Frau Antje

Mühlen, Kühe und endlose Wiesen. Wer Lust auf so richtiges Bilderbuch-Holland hat, der schnappt sich entweder das Fahrrad oder ein Tagesticket für die Umlandbusse und fährt zum Ijsselmeer, das eigentlich ein See ist. Wer gerne auf dem Boot schippert, kann zwischen Volendam und Marken mit der Fähre übersetzten. In rund 45 Minuten lässt sich Landschaft ganz wunderbar und tiefenentspannt bestaunen, bevor man sich beispielsweise in Volendam beim Fish Spa die Füßchen anknabbern lässt. Das maritime Umland ist dermaßen pittoresk-idyllisch, dass man nach dem Amsterdamer Nachtleben fast schon einen kleinen Kulturschock bekommt. Deiche, saftige Wiesen mit friedlich grasenden Kühen, Mühlen und dörfliches Hafenflair sorgen für sorglose Glückseligkeit, die nur noch mit dem Erscheinen von Frau Antje hätte getoppt werden können. Genug geschwärmt.

5. Rijksmuseum. Zum Abschluss gibt’s Kultur

Zurück in der Stadt solltet ihr neben Sex, Drugs & Rock’n’Roll auch etwas Kunst und Kultur auf dem Plan stehen haben. Die Auswahl an Museen und Galerien ist riesig aber wieso kleckern? Ich klotze lieber und lege euch das Rijksmuseum ans Herz. Mit 17,50 Euro nicht gerade günstig, doch wer sich etwas für Kunstgeschichte begeistern kann, dem geht beim Anblick der holländischen Meister das Herz auf. Rembrandts Nachtwache kann man sich schon mal ansehen. Vermeers Milchmädchen sowieso und auch sonst ist bei rund 8000 ausgestellten Exponaten die Wahrscheinlichkeit recht hoch, etwas zu sehen, was einem gefällt. Ansonsten könnt ihr wenigstens Oma erzählen, dass ihr auch im Museum wart.

schattauerEin Gastbeitrag von
Julia Schattauer von www.bezirzt.de

 

 

 

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