www.mira-mireau.com „Reisen ist nicht mit Urlaub machen gleichzusetzen oder gar zu vergleichen. Reisen bedeutet leben. Bewusst leben. Im Jetzt leben. Es ist keine Frage des Geldes, sondern eine Frage des Mutes. Habe Mut loszulassen, der Einsamkeit ausgeliefert zu sein und lerne mit deiner Angst umzugehen. Bleibe nie stehen, verlasse den Fußpfad und gehe deine eigenen Wege. Du bestimmst selbst wie du dein Leben gestaltest, mache es zu dem, was dir persönlich das größtmögliche Glück bereitet. Was dich nicht glücklich macht, das lasse hinter dir. Nichts spricht dagegen, dass das ganze Leben eine einzige Reise sein könnte…

Hi Jasmin. Stell dich doch bitte kurz vor.
Hallo miteinander. Ich bin Jasmin, 23 Jahre jung, reise,  seit ich 19 bin, alleine um die Welt und blogge darüber auf www.mira-mireau.com

Warum kam es zum Namen „Mira Mireau“?
Eines Nachts auf Reisen, ich war übermüdet, erschöpft und einsam auf den Straßen Kolumbiens unterwegs. Plötzlich sah ich aus der Ferne eine dunkle Gestalt auf mich zukommen…
Okay, nein, tut mir leid, meine Geschichte ist leider nicht so spannend und leider sogar auch recht peinlich. Um direkt auf den Punkt zu kommen: Ich musste mich inkognito unter Franzosen mischen (Gründe bleiben verschwiegen) und wie aus dem Nichts heraus fiel mir dieser Name ein. Meine zweite Identität gefiel mir so gut, dass ich diesen Namen schließlich für meinen Blog wählte.

Wie bist du zum Reisen gekommen?
Das war schon immer ein Teil von mir, das Reisen. Schon als Kind weinte ich bei jeder Abreise, natürlich vor jeder Abreise aus dem Urlaubsort und nicht aus der Heimat.
Irgendwann, ich glaube ab der 7. Klasse, stand für mich fest, dass ich nach der Schule alleine auf große Reise gehen werde.

Wohin ging deine erste Reise? Und wie lange warst du unterwegs?
Meine erste Reise ging nach Australien und sollte eigentlich nur 5 bis 6 Monate dauern, da ich danach mit dem Studium beginnen wollte. Meinem klugen Unterbewusstsein war jedoch schon zu dieser Zeit klar, dass ich mir mit diesem Plan nur selbst etwas vormachte, denn ich buchte von Anfang an ein Ticket, bei dem ich das Rückreisedatum auf ein Jahr verschieben konnte. Wie nicht anders zu erwarten, tat ich dies dann auch gleich und reiste noch bis zu einem Jahr in Neuseeland, Südostasien und Frankreich.

Wo hältst du dich gerade auf?
Vor mir, hinter mir, auf beiden Seiten neben mir sitzen junge Menschen. Konzentriert und mucksmäuschenstill starren sie gebannt auf den Monitor Ihres Laptops. Auf meiner linken Seite sehe ich endlos lange Regalreihen von Büchern, die sich bis zur Decke stapeln. Auf meiner rechten Seite scheint die Sonne durch die große Fensterreihe herein und sorgt für den einzigen Hoffnungsschimmer in diesem Saal. Weiter im Hintergrund wetteifern Banken, Büro- und Hotelgebäude um die Auszeichnung des höchsten Gebäudes der Stadt.
Ich befinde mich in der Bibliothek der Goethe-Universität in Frankfurt am Main.
Fast so schön wie auf Reisen. Fast.

Seit wann bloggst du und wie viel Zeit investierst du am Tag für deinen Blog?
Ich habe auf meiner ersten Reise 2010 schon einen Blog geführt, der allerdings nur für Familie und Freunde geschrieben war. So richtig öffentlich blogge ich erst seit Anfang dieses Jahres.
Wenn ich nicht studieren würde, könnte ich mich (natürlich wenn ich mich nicht gerade auf Reisen befinde) 24 Stunden, naja okay geben wir mir etwas Zeit zum Schlafen, 16 Stunden am Tag damit beschäftigen. Momentan sind es durchschnittlich nur ca. 4 Stunden pro Tag.

Was magst du am Bloggen und was nicht?
Ich mag es, wenn ich erfahre, dass ich mir völlig fremde Menschen zum Reisen ermutigt habe. Letztens hat mir eine Schülerin geschrieben, dass sie sich, wegen meines Blogs, nach langen Zweifeln nun dazu entschlossen hat, alleine nach Australien zu gehen. Das war so süß, das hat mich wirklich stolz gemacht.
Ich mag es nicht, mich „verkaufen“ zu müssen, um mehr Leser zu bekommen. Mir fällt auf, dass viele Blogger wirklich jeden! Blog ja soooooo sehr lieben und dann plötzlich von diesem erwähnt werden und bla blub. Ich weiß nicht. Das mag ich nicht. Das liegt mir auch gar nicht. Dazu bin ich viel zu direkt. Netter zu sein als ich mich fühle, war noch nie meine Stärke.

Ändert das Bloggen deine Art zu reisen?
Ich habe schon immer auf Reisen Tagebuch geführt, von daher ist es mir nicht neu über meine Reisen zu schreiben. Dennoch fällt mir auf, dass ich mich des Öfteren dabei erwische, wie ich mir denke, dass dieses oder jenes Thema einen super Artikel auf meinem Blog darstellen könnte. Ich mache mir seitdem also häufiger Gedanken darüber, was meine Leser interessieren könnte.

Dein Motto ist travel cheap, go by yourself and surf a lot! Einfach und kostengünstig unterwegs zu sein: OK. Aber warum alleine?
Ich möchte, dass jeder Mensch dieses Planeten, der die Möglichkeit besitzt auf Reise zu gehen, wenigstens einmal alleine unterwegs war!
Ich bin mir sicher, dass unsere Welt dadurch viel friedlicher und harmonischer werden würde.
Einfach einmal im Leben den Versuch starten zu sich selbst zu finden. Frei von der eigenen Kultur, den Meinungen von Freunden, Familien, Nachbarn, dem Chef usw., das verändert einen und das ist auch gut und richtig so.

Und was hat es mit dem Surfen auf sich? Bist du schon früher gesurft oder kamst du während deiner Reisen dazu?
Ich war schon immer ein sportbegeisterter Mensch und Wasser war stets mein Element. Meine komplette Jugend verbrachte ich mit Rudern.
In Australien war ich wie ein kleines Kind monatelang mit meinem Bodyboard am Herumtollen, fürs Surfenlernen waren die Wellen zu der Zeit, als ich in Perth war, leider zu hoch. Trotzdem stieg ich lebensmüde, wie es die erfahreneren Surfer nannten, auf mein Surfboard und schaffte es auch gleich aufzustehen.
Richtige Surfstunden nahm ich jedoch erst in Panama und seitdem gibt es für mich absolut nichts Besseres auf der Welt. Nun wird beim Reisen nur noch danach geschaut, dass ich nach meiner kulturellen Reise, auch ganz schnell noch an ein surfbares Gewässer komme.

Hast du dann immer dein eigenes Surfbrett dabei?
Ich habe oft darüber nachgedacht, aber es macht für mich nicht wirklich Sinn. Ich möchte ja immer gleich alles auf einmal haben. Kulturelle und spirituelle Reisen, die mich in abgelegene Dörfer und Landschaften weit weg von Touristen führen (hier wäre ein Surfboard nicht so super praktisch) und dann im Anschluss der Kulturschock mit Vorbereitung auf daheim ein paar Wochen Surfen mit möglichst vielen Touristen um mich herum.
Also alles oder nichts, was denn auch sonst?!

Wie finanzierst du deine Reisen? Sparst du dein Reisebudget im Vorfeld komplett an oder arbeitest du unterwegs?
Das kommt darauf an, wo ich mich befinde. In Australien habe ich sehr viel gearbeitet und konnte daher auch meine Reise für viele Monate verlängern. Wenn ich „nur“ drei Monate unterwegs bin, möchte ich meist so viel wahrnehmen, wie es mir meine Sinne erlauben können. In diesem Fall arbeite ich neben der Uni. Meckere ein paar Monate über meinen sinnlosen Job und bin überglücklich, wenn ich diesen kündigen kann, um endlich wieder loszuziehen.

Wie kommst du dann unterwegs an Jobs?
Meist über Kontakte, wie immer im Leben. Aber auf Reisen kommt man einfacher an Kontakte, vor allem wenn man alleine reist und gezwungen ist, mit fremden Menschen zu kommunizieren. Es gab jedoch auch schon Nachmittage, an denen ich sehr verzweifelt war und von Bar zum Café zum Restaurant zum Kleidungsgeschäft, Eisgeschäft, Diskothek, Hostel, Hotel, Farm und etlichem mehr gelaufen bin und meine Lage direkt geschildert habe.
Kleine Lügen helfen hierbei sehr: „Yeah of course, I love this place..I think I wanna stay here for at least one year..it’s awesome..I don’t care about the rest of your beautiful country..I just want to work at your café..all day long..for the rest of my trip!“

Kannst du mit deinem Blog etwas hinzuverdienen?
Erfahrung. Ich werde reich an Erfahrung!

Die moderne Technik bietet einem heutzutage so viele Möglichkeiten. Das Hotel für die Nacht kann online gebucht werden, das Wetter für übermorgen finde ich kurz mit einer Wetter-App heraus, meinen Statusbericht bei Facebook kann ich aus der Hängematte am Strand abschicken. Wird das Reisen durch die technischen Möglichkeiten erleichtert oder ist das manchmal sogar eher hinderlich?
Es ist gerade mal vier Jahre her, dass ich das erste Mal gereist bin. „Damals“ besaß niemand ein Smartphone, Internetcafés waren viel zu teuer und WLAN funktionierte meist nicht. Mir gefiel das besser. Das Wetter von morgen ist mir egal, weil ich im Jetzt lebe und Hostels suche ich mir sowieso viel lieber vor Ort aus. Ich finde es eine schreckliche Entwicklung. Mittlerweile wird es wirklich schwer mit Reisenden in Kontakt zu treten, weil 90% von ihnen hypnotisch auf ihr Handy starren. Meine Freunde und Familie versorge ich alle paar Tage mit E-Mails und meine Leser bekommen nach wie vor wöchentlich neue Reiseberichte via Twitter, Google+ und Facebook.

Dein bester Tipp, um auf Reisen keine bösen Überraschungen zu erleben?
Sei kindisch, aber nicht naiv!

Dein bester Tipp, um auf Reisen schöne Überraschungen zu erleben?
Trau dich und mach dir nicht so viele Gedanken. “I’d rather look back at my life and say – ’I can’t believe I did that’ instead of saying ’I wish I did that’“

Du machst den Briefkasten auf (oder eher dein E-Mail-Postfach) und findest ein bezahltes Flugticket? Das Ziel bestimmst du. Wo würdest du hin?
Hmm. Diese Frage ist sehr, sehr schwer. Da ich das Surfen gerade unglaublich doll vermisse, entscheide ich mich jetzt spontan für Bali!

Viele Menschen träumen davon für längere Zeit unterwegs zu sein. Für mehr als 2 bis 3 Wochen im Jahr reicht es dann aber doch nicht. Sei es aus finanziellen Gründen oder aus Angst, das liebgewonnene Sofa und den Fernseher zu verlieren. Was ist dein verbaler Tritt in den Hintern für alle Couchpotatoes?

„Deine beste Zeit war nicht und deine beste Zeit kommt nicht. Jetzt ist deine beste Zeit. Immer.“ -Unbekannt-

Es macht mich wirklich traurig zu hören, wie viele Menschen ihr Leben beklagen und endlich die weite Welt sehen möchten und dennoch an ihrem Job und ihrem verhassten Alltag hängen bleiben. Dazu fällt mir eine kleine Geschichte ein: „In der Anekdote zur Senkung der Arbeitsmoral von Heinrich Böll aus dem Jahre 1963 geht es um einen Touristen und einen Fischer, die in ein Gespräch geraten und ihre verschiedenen Meinungen zur Arbeitsethik und Lebenseinstellung austauschen.
In einem Hafen an der Westküste Europas schläft ein ärmlich gekleideter Fischer und wird durch das Klicken des Fotoapparates eines Touristen geweckt. Anschließend fragt der Tourist den Fischer, warum er denn nicht draußen auf dem Meer sei und fische. Heute sei doch so ein toller Tag, um einen guten Fang zu machen, es gebe draußen viele Fische. Da der Fischer keine Antwort gibt, denkt sich der Tourist, dem Fischer gehe es nicht gut, und fragt ihn nach dessen Befinden, doch der Fischer hat nichts zu beklagen. Der Tourist hakt noch einmal nach und fragt den Fischer abermals, warum er denn nicht hinausfahre. Nun antwortet der Fischer, er sei schon draußen gewesen und habe so gut gefangen, dass es ihm für die nächsten Tage noch reiche. Der Tourist entgegnet, dass der Fischer noch zwei-, drei- oder gar viermal hinausfahren und dann ein kleines Unternehmen aufbauen könnte, danach ein größeres Unternehmen und dieses Wachstum schließlich immer weiter steigern könnte, bis er sogar das Ausland mit seinem Fisch beliefern würde. Danach hätte der Fischer dann genug verdient, um einfach am Hafen sitzen und sich ruhig entspannen zu können. Der Fischer entgegnet gelassen, am Hafen sitzen und sich entspannen könne er doch jetzt schon. Darauf geht der Tourist nachdenklich und ein wenig neidisch fort.“ –Wikipedia-

Wo fühlst du dich am wohlsten: Strand? Stadt? Land? Berge?
Im Sand, im Wasser, auf Bäumen und auch auf hohen Bergen!

Ein unterschätztes Reiseziel ist:
Unterschätzt im Sinne von Gefahr: Indien
Unterschätzt im Sinne von großartig und nicht gefährlich: Kolumbien

Dein bisheriger Lieblingsort?
Kamboscha! Mein Herz bleibt für immer bei meinen liebsten Kindern in diesem Land.

Im Büro zu sitzen und von 9 bis 17 Uhr Dokumente abzustempeln kann nicht deine Welt sein. Aber hast du eine Vorstellung, was du machen möchtest, wenn deine Reisezeit mal enden sollte?
Nein! *Lach*
Reporter? Schriftsteller? Drehbuchautor? Texter? Besitzer eines kleinen Cafés an einem Surfer Beach? Hausfrau und Mama? Ich weiß es nicht. Am besten endet sie nie! Das Leben wird mich schon irgendwohin führen, wo es mir gefällt und mir einen Weg zeigen, wie ich ein glückliches Leben führen kann.

Was ist schlimmer: Fernweh oder Heimweh?
Ich hatte noch nie Heimweh, jedoch jeden Tag „daheim“ Fernweh: Deshalb Fernweh!

Welche (Reise-)Blogs liest du gerne?
http://bedouinwriter.com
Ganz klar und ganz weit vorne! Zu lesen sind sehr persönliche, oft amüsante Geschichten übers Reisen.

http://www.letstravelsomewhere.com
Mit Abstand die schönsten Reisefotografien!

http://www.bravebird.de
Wirklich großartige Bilder und gute Tipps zum Alleinereisen.

Die Liste ist noch viel länger, aber würde leider den Rahmen dieses Interviews sprengen.

3 ultimative Tipps für alle Reisenden:
1. Lass dein Smartphone zu Hause!
2. Sei kindisch und höre nicht darauf, was dir alle frustrierten Menschen aus der Heimat sagen! Du bist nicht naiv, du lebst nur ihren Traum!
3. Geiler Ort vor deiner Nase? Mach die Augen zu, atme kurz durch, mache dir bewusst, was du dir die letzten Jahre immer gewünscht hast, realisiere wo du bist, öffne die Augen und sei verdammt noch mal so glücklich wie nie zuvor!

Wo geht es als Nächstes hin?
Indonesien!!! 🙂

Jasmin, herzlichen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast. Du kannst jetzt gerne deine Grüße loswerden.
Hallo, hallo, ich Grüße Mama, Papa, Jonas, den Rest meiner Familie und Freunde, Jim Morrison, Pippi und Peter Pan! Vielen Dank und Adios!!

www.mira-mireau.com

reiseblog, mira mireau, reisen,

Jasmin in Nicaragua

reiseblog, mira mireau, reisen,

Neuseeland

reiseblog, mira mireau, reisen,

Kolumbien

reiseblog, mira mireau, reisen,

Indien

reiseblog, mira mireau, reisen,

Australien

reiseblog, mira mireau, reisen,

Australien

südostasien

Südostasien

südostasien

Südostasien

reiseblog, mira mireau, reisen,

Paris